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ERP-Auswahl: Von der Longlist zur finalen Entscheidung

ERP-System auswählen: So kommen Sie von der Longlist zur finalen Entscheidung. ✓ Marktüberblick ✓ Anforderungskatalog ✓ Entscheidungsvorlage.

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ERP-Auswahl: Von der Longlist zur finalen Entscheidung

Die Auswahl eines ERP-Systems gehört zu den folgenreichsten Entscheidungen, die ein KMU treffen kann. Das System wird Ihre Geschäftsprozesse über 7-15 Jahre begleiten. Eine Fehlentscheidung kostet nicht nur Geld, sondern auch Produktivität, Motivation und im schlimmsten Fall Wettbewerbsfähigkeit.

Der deutsche ERP-Markt ist fragmentiert: Über 300 Anbieter konkurrieren um die Gunst mittelständischer Unternehmen. Ohne einen strukturierten Auswahlprozess ist die Gefahr groß, dass Sie von Vertriebsgesprächen gesteuert werden, statt selbst zu steuern.

Dieser Guide gibt Ihnen einen bewährten Auswahlprozess an die Hand – vom ersten Marktüberblick bis zur unterschriftsreifen Entscheidungsvorlage für die Geschäftsführung.

Inhaltsverzeichnis

Marktüberblick Deutschland {#marktuebersicht}

Segmente des ERP-Markts

Der ERP-Markt lässt sich grob in vier Segmente einteilen:

Enterprise (> 250 Mitarbeiter, > 50 Mio. € Umsatz): SAP S/4HANA, Oracle Cloud ERP, Microsoft Dynamics 365 Finance & Operations. Budgets ab 500.000 €.

Gehobener Mittelstand (100-250 Mitarbeiter, 10-50 Mio. €): SAP Business One, Microsoft Dynamics 365 Business Central, proALPHA, Sage X3, abas ERP. Budgets 150.000-500.000 €.

Mittelstand (30-100 Mitarbeiter, 2-10 Mio. €): weclapp, Xentral, Haufe X360, myfactory, SelectLine. Budgets 50.000-200.000 €.

Kleine Unternehmen (< 30 Mitarbeiter, < 2 Mio. €): Sage 50, lexoffice XL, SevDesk, orgaMAX. Budgets 10.000-50.000 €.

Cloud vs. On-Premise: Marktentwicklung

Der Trend geht eindeutig Richtung Cloud. Über 60% der neuen ERP-Projekte im Mittelstand setzen auf Cloud-Lösungen. Die Gründe: Niedrigere Einstiegskosten, kein eigener Serverbetrieb, automatische Updates. Dennoch gibt es gute Gründe für On-Premise – mehr dazu in unserem Guide „Cloud-ERP vs. Klassisches ERP".

Branchenspezialisierung

Viele ERP-Anbieter positionieren sich über Branchenlösungen:

Branche Spezialisierte Anbieter Generalisten mit Branchenmodul
Fertigung proALPHA, abas, PSIpenta SAP Business One, Dynamics 365
Handel Xentral, JTL, Afterbuy weclapp, Sage
Dienstleistung Projectile, Vertec myfactory, Haufe X360
Handwerk Streit V.1, TopKontor Sage 50, SelectLine
E-Commerce Xentral, Billbee, plentymarkets weclapp, JTL

Anforderungskatalog erstellen {#anforderungskatalog}

Ein sorgfältig erstellter Anforderungskatalog ist das Fundament der ERP-Auswahl. Ohne ihn vergleichen Sie Äpfel mit Birnen.

Aufbau des Anforderungskatalogs

Strukturieren Sie Ihre Anforderungen nach Bereichen:

1. Finanzwesen (Buchhaltung, Controlling)

  • Finanzbuchhaltung (FiBu) mit automatischer Kontierung
  • Kostenrechnung und Kostenstellen
  • Anlagenbuchhaltung
  • Mahnwesen
  • DATEV-Schnittstelle
  • GoBD-Konformität
  • Reporting und Dashboards

2. Einkauf und Beschaffung

  • Bestellvorschläge und Bedarfsmeldungen
  • Lieferantenverwaltung und -bewertung
  • Bestellabwicklung und Wareneingangsprüfung
  • Preisvergleiche und Rahmenverträge

3. Vertrieb und Auftragsbearbeitung

  • Angebotserstellung mit Kalkulation
  • Auftragserfassung und -verfolgung
  • Lieferscheine und Rechnungen
  • Provisions- und Rabattmanagement

4. Lagerwirtschaft

  • Bestandsführung mit Lagerorten
  • Inventur (Stichtag und permanente Inventur)
  • Seriennummern-/Chargenverwaltung
  • Kommissionierung und Versand

5. Produktion (falls relevant)

  • Stücklisten und Arbeitspläne
  • Fertigungsaufträge
  • Produktionsplanung
  • Betriebsdatenerfassung

6. Querschnittsfunktionen

  • Dokumentenmanagement
  • Workflow-Management
  • Reporting und Business Intelligence
  • Mobile Nutzung
  • Schnittstellen (API, EDI)

Bewertungsschema

Für jede Anforderung vergeben Sie:

Bewertung Bedeutung
Muss (M) Ohne diese Funktion scheidet der Anbieter aus
Soll (S) Wichtig, aber Kompromisse möglich
Kann (K) Nice-to-have, kein Entscheidungskriterium
Gewichtung (1-5) Wie wichtig ist die Anforderung relativ?

Nicht-funktionale Anforderungen

Vergessen Sie nicht die technischen und organisatorischen Anforderungen:

  • DSGVO-Konformität und Serverstandort
  • Performance-Anforderungen (Anzahl gleichzeitiger Nutzer, Datenvolumen)
  • Verfügbarkeit und SLA (99,5% / 99,9%)
  • Backup und Disaster Recovery
  • Mandantenfähigkeit (falls mehrere Standorte/Gesellschaften)
  • Sprachunterstützung (Deutsch, ggf. Englisch, weitere)
  • Barrierefreiheit
  • Update-Strategie und Roadmap des Anbieters

Praxistipp: Ein typischer Anforderungskatalog für ein KMU mit 50-100 Mitarbeitern umfasst 100-200 Einzelanforderungen. Investieren Sie 2-4 Wochen in die Erstellung. Beziehen Sie Mitarbeiter aus allen betroffenen Abteilungen ein – nicht nur die IT.

Longlist aufbauen {#longlist}

Quellen für die Recherche

  • Branchenportale: ERP-Vergleich.com, SoftGuide.de, ERP-News.info
  • Bewertungsplattformen: G2, Capterra, OMR Reviews, Trustpilot
  • Messen: IT & Business, ERP-Tage, CeBIT/DHAG
  • Branchenverbände: IHK, Fachverbände Ihrer Branche
  • Empfehlungen: Geschäftspartner, Steuerberater, Branchenkollegen
  • Smartkanal.de: Unsere Tool-Checks und Vergleiche

Longlist-Kriterien

Ihre Longlist sollte 8-12 Anbieter umfassen. Filtern Sie anhand dieser Grundkriterien:

  1. Brancheneignung: Hat der Anbieter Erfahrung in Ihrer Branche?
  2. Unternehmensgröße: Passt die Lösung zu Ihrer Mitarbeiterzahl und Komplexität?
  3. Bereitstellungsmodell: Cloud, On-Premise oder beides?
  4. Budget-Korridor: Liegt der Anbieter grundsätzlich in Ihrem Budgetrahmen?
  5. Referenzen: Gibt es vergleichbare Kunden?

Longlist-Vorlage

Anbieter Lösung Branche Cloud/OP Preis ab Referenzen Bewertung
SAP Business One Übergreifend Beides 150 €/User/M Ja 4,2/5
Microsoft Dynamics 365 BC Übergreifend Cloud 60 €/User/M Ja 4,0/5
proALPHA proALPHA ERP Fertigung Beides Auf Anfrage Ja 4,1/5
weclapp weclapp ERP Handel Cloud 39 €/User/M Ja 4,3/5
Xentral Xentral ERP E-Commerce Cloud 99 €/M (Basis) Ja 3,9/5
... ... ... ... ... ... ...

Shortlist definieren {#shortlist}

Von der Longlist zur Shortlist

Reduzieren Sie die Longlist auf 3-4 Kandidaten. Gehen Sie dabei in zwei Schritten vor:

Schritt 1: K.o.-Kriterien anwenden Streichen Sie alle Anbieter, die eines Ihrer Muss-Kriterien nicht erfüllen. Typische K.o.-Kriterien:

  • Keine DATEV-Schnittstelle (für deutsche KMU oft zwingend)
  • Kein deutschsprachiger Support
  • Budget wird deutlich überschritten
  • Keine Branchenerfahrung
  • Fehlende Kernfunktionalität

Schritt 2: Scoring-Modell Bewerten Sie die verbleibenden Anbieter anhand Ihres Anforderungskatalogs. Nutzen Sie ein gewichtetes Scoring:

Kriteriengruppe Gewichtung Anbieter A Anbieter B Anbieter C
Funktionsumfang 35% 4,2 3,8 4,0
Brancheneignung 20% 4,5 3,5 4,2
Benutzerfreundlichkeit 15% 3,5 4,5 4,0
Kosten (TCO) 15% 3,0 4,0 3,5
Technologie/Zukunft 10% 4,0 4,2 3,8
Anbieter-Stabilität 5% 4,5 3,8 4,0
Gewichtete Summe 100% 3,93 3,88 3,93

Information Request (RFI)

Senden Sie den Shortlist-Kandidaten einen strukturierten Fragebogen:

  • Unternehmensdarstellung und Referenzen
  • Antworten auf Ihren Anforderungskatalog (Standard/Customizing/nicht möglich)
  • Preisindikation (Lizenzen, Implementierung, Schulung, Support)
  • Implementierungsmethodik und typische Projektdauer
  • Roadmap und Innovationsstrategie

Anbieter-Bewertung und Proof of Concept {#anbieter-bewertung}

Structured Demo (Workshop)

Laden Sie die Shortlist-Kandidaten zu individuellen Workshops ein. Entscheidend: Geben Sie die Agenda vor, nicht der Anbieter.

Vorbereitung:

  • Bereiten Sie 5-7 konkrete Geschäftsszenarien vor (Angebotserstellung, Auftragsabwicklung, Monatsabschluss etc.)
  • Stellen Sie Testdaten bereit (anonymisiert)
  • Laden Sie Vertreter aller betroffenen Abteilungen ein
  • Vergeben Sie Bewertungsbögen an alle Teilnehmer

Durchführung (typisch halber bis ganzer Tag):

  1. Kurze Unternehmensvorstellung des Anbieters (max. 30 Min.)
  2. Live-Demonstration anhand Ihrer Szenarien (2-3 Stunden)
  3. Technische Fragen (Integrationen, Schnittstellen, Architektur)
  4. Kommerzielle Fragen (Preismodell, Vertragslaufzeit, SLA)
  5. Referenzgespräch vereinbaren

Nachbereitung:

  • Alle Teilnehmer füllen Bewertungsbögen aus
  • Ergebnisse konsolidieren und besprechen
  • Offene Fragen dokumentieren und an Anbieter senden

Proof of Concept (PoC)

Bei zwei eng beieinanderliegenden Kandidaten kann ein PoC die Entscheidung erleichtern. Im PoC konfiguriert der Anbieter einen Teil des Systems mit Ihren realen Daten und Prozessen.

Typischer PoC-Umfang:

  • 1-2 Kernprozesse werden vollständig abgebildet
  • Echte Daten (anonymisiert) werden importiert
  • 3-5 Key User testen das System 2-4 Wochen lang
  • Dauer: 2-4 Wochen
  • Kosten: Oft kostenlos oder gegen geringe Gebühr (2.000-5.000 €)

Referenzgespräche

Sprechen Sie mit bestehenden Kunden des Anbieters – idealerweise aus Ihrer Branche und Größenklasse. Fragen Sie:

  • Wie verlief die Implementierung? (Zeitplan, Budget, Herausforderungen)
  • Wie zufrieden sind Sie mit dem System im Tagesgeschäft?
  • Wie ist die Qualität des Supports?
  • Welche Funktionen fehlen Ihnen?
  • Würden Sie sich wieder für diesen Anbieter entscheiden?
  • Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?

Praxistipp: Fragen Sie auch nach dem Implementierungspartner, nicht nur nach der Software. Bei vielen ERP-Systemen hängt der Projekterfolg mindestens so stark vom Partner ab wie vom Produkt.

Vertragsverhandlung {#vertragsverhandlung}

Typische Vertragsbestandteile

  • Lizenzvertrag/Abo-Vertrag: Nutzungsrechte, Laufzeit, Kündigungsfristen
  • Implementierungsvertrag: Leistungsumfang, Meilensteine, Abnahmekriterien
  • Service Level Agreement (SLA): Verfügbarkeit, Reaktionszeiten, Eskalation
  • Wartungsvertrag: Updates, Patches, Hotline
  • Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV): DSGVO-Pflichtvertrag bei Cloud-Lösungen

Verhandlungsspielräume

  • Lizenzkosten: 10-20% Rabatt sind bei Jahresverträgen üblich
  • Implementierungskosten: Festpreise sind besser als Aufwandsschätzungen – bestehen Sie darauf
  • Schulung: Oft verhandelbar, manchmal im Implementierungspaket enthalten
  • Vertragslaufzeit: Kürzere Laufzeit = weniger Risiko, aber höherer Preis pro Monat
  • Exit-Klausel: Wichtig – wie kommen Sie an Ihre Daten, wenn Sie den Anbieter wechseln?

Fallstricke bei ERP-Verträgen

  • Versteckte Kosten: Achten Sie auf Zusatzkosten für API-Zugriff, zusätzliche Nutzer, Speicherplatz, Premium-Support
  • Preisanpassungsklauseln: Kann der Anbieter die Preise jährlich erhöhen? Gibt es eine Deckelung?
  • Lock-in: Können Sie Ihre Daten jederzeit in einem gängigen Format exportieren?
  • Customizing-Eigentum: Wem gehören individuelle Anpassungen? Können Sie diese bei einem Wechsel mitnehmen?
  • Update-Pflicht: Müssen Sie jedes Update mitmachen? Was passiert mit Ihren Anpassungen bei einem Update?

Entscheidungsvorlage für die Geschäftsführung {#entscheidungsvorlage}

Aufbau einer überzeugenden Vorlage

Die Geschäftsführung braucht eine klare, kompakte Entscheidungsgrundlage. Nicht 50 Seiten Anforderungskatalog, sondern die Essenz auf 3-5 Seiten:

1. Management Summary (1 Seite)

  • Warum brauchen wir ein ERP?
  • Welche Optionen haben wir evaluiert?
  • Welche Empfehlung sprechen wir aus?
  • Was kostet es und was bringt es?

2. Bewertungsergebnis (1 Seite)

  • Übersichtstabelle der Shortlist-Kandidaten
  • Scoring-Ergebnis mit den wichtigsten Kriterien
  • Stärken und Schwächen der Top-2-Kandidaten

3. Kostenübersicht (1 Seite)

  • TCO-Vergleich über 5 Jahre
  • Aufschlüsselung nach Kostenarten
  • ROI-Berechnung mit konservativen Annahmen

4. Empfehlung und nächste Schritte (1 Seite)

  • Klare Empfehlung mit Begründung
  • Projektplan mit Meilensteinen
  • Benötigte Ressourcen (Budget, Personal, Zeit)
  • Risiken und Gegenmaßnahmen

Praxistipp: Formulieren Sie die Empfehlung als Antrag: „Wir empfehlen die Einführung von [ERP-System] mit dem Implementierungspartner [Partner]. Das Investitionsvolumen beträgt [X] €. Die erwartete Amortisation liegt bei [Y] Monaten. Wir bitten um Freigabe des Budgets."

Praxisbeispiel: ERP-Auswahl bei einem Handelsunternehmen {#praxisbeispiel}

Ausgangssituation

Die Weber Technik GmbH, ein technischer Großhändler mit 55 Mitarbeitern und 18 Mio. € Umsatz, benötigte ein neues ERP-System. Das bisherige System (Sage Classic Line) wurde nicht mehr weiterentwickelt.

Der Auswahlprozess

Woche 1-3: Anforderungsanalyse Das Projektteam (Geschäftsführer, kaufmännischer Leiter, IT-Leiter, Lagerleiter) erarbeitete einen Anforderungskatalog mit 150 Punkten. Die drei wichtigsten Anforderungen: Multichannel-Fähigkeit (stationär + Online-Shop), leistungsfähige Lagerverwaltung und DATEV-Schnittstelle.

Woche 4-5: Longlist (10 Anbieter) Recherche über Branchenportale, Messen und Empfehlungen. Ergebnis: 10 Anbieter auf der Longlist.

Woche 6-7: Shortlist (4 Anbieter) Anwendung der K.o.-Kriterien und Auswertung der RFI-Antworten. Shortlist: Microsoft Dynamics 365 Business Central, weclapp, Xentral und Sage X3.

Woche 8-11: Workshops und PoC Jeder Anbieter führte einen halbtägigen Workshop durch. Die zwei bestplatzierten (Dynamics 365 und weclapp) absolvierten einen zweiwöchigen PoC mit echten Daten.

Woche 12: Entscheidung Entscheidung für weclapp: Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis, starke Handelsfunktionen, schnelle Implementierung, gute Online-Shop-Anbindung. Dynamics 365 war funktional überlegen, aber der deutlich höhere Preis und die längere Implementierungszeit sprachen dagegen.

Ergebnis

Implementierung in 4 Monaten. Gesamtinvestition: 85.000 € (Implementierung, Migration, Schulung) + 24.000 €/Jahr (Lizenzen). Der Anforderungskatalog erwies sich als wertvoll: 90% der Muss-Kriterien wurden im Standard abgedeckt, nur für 3 Anforderungen war Customizing nötig.

Lessons Learned

  • Die Workshops waren wertvoller als jede Demo-Präsentation – echte Szenarien offenbarten Schwächen, die in Demos nicht sichtbar werden
  • Der PoC hat die Entscheidung zwischen den zwei Finalisten klar gemacht
  • Ein Festpreisangebot für die Implementierung gab Budgetsicherheit
  • Referenzgespräche mit anderen Händlern bestätigten die technische Eignung

Zusammenfassung und nächste Schritte {#zusammenfassung}

Key Takeaways:

  • Ein strukturierter Auswahlprozess schützt vor Fehlentscheidungen – investieren Sie 10-14 Wochen
  • Der Anforderungskatalog ist das wichtigste Werkzeug – erstellen Sie ihn sorgfältig mit allen Abteilungen
  • Longlist (8-12 Anbieter) → Shortlist (3-4) → Finalist (1-2) → Entscheidung
  • Workshops mit eigenen Szenarien sind aussagekräftiger als Standard-Demos
  • Bei knappen Entscheidungen hilft ein Proof of Concept
  • Verhandeln Sie Festpreise und klare Exit-Klauseln
  • Die Entscheidungsvorlage für die Geschäftsführung sollte auf 3-5 Seiten das Wesentliche zusammenfassen

Ihre nächsten Schritte:

  1. Stellen Sie ein Projektteam für die ERP-Auswahl zusammen
  2. Erstellen Sie den Anforderungskatalog (2-4 Wochen)
  3. Recherchieren Sie die Longlist (1-2 Wochen)
  4. Filtern Sie auf die Shortlist und laden Sie zu Workshops ein
  5. Treffen Sie die Entscheidung auf Basis von Fakten, nicht Bauchgefühl

Weiterführende Inhalte auf Smartkanal.de:

  • Guide: ERP-System für KMU: Wann lohnt sich die Investition?
  • Guide: Cloud-ERP vs. Klassisches ERP
  • Guide: ERP-Einführung: Projektmanagement für den Erfolg
  • Tool-Checks: SAP Business One, Dynamics 365 Business Central, weclapp, Xentral, Sage 50

FAQ {#faq}

Wie lange dauert der ERP-Auswahlprozess?

Planen Sie 10-14 Wochen von der Anforderungsanalyse bis zur Entscheidung. Davon: 2-4 Wochen Anforderungskatalog, 1-2 Wochen Longlist-Recherche, 1-2 Wochen Shortlist-Bildung, 4-6 Wochen Workshops/PoC, 1 Woche Entscheidung. Versuchen Sie nicht, den Prozess zu verkürzen – eine schlechte Entscheidung kostet mehr als ein gründlicher Auswahlprozess.

Sollte ich einen externen Berater für die ERP-Auswahl hinzuziehen?

Bei Investitionen ab 100.000 € ist externe Beratung empfehlenswert. Ein unabhängiger ERP-Berater kennt den Markt, hat Vergleichserfahrung und ist nicht parteiisch. Typische Kosten: 10.000-25.000 € für den gesamten Auswahlprozess. Das amortisiert sich, wenn dadurch die richtige Wahl getroffen wird.

Wie viele Anbieter sollten auf der Shortlist stehen?

3-4 Anbieter sind ideal. Weniger als 3 gibt Ihnen zu wenig Vergleichsmöglichkeit. Mehr als 5 macht den Prozess aufwendig und unübersichtlich. Jeder Anbieter-Workshop kostet Sie einen halben bis ganzen Tag mit mehreren Mitarbeitern.

Was ist wichtiger: Funktionsumfang oder Benutzerfreundlichkeit?

Beides ist relevant, aber die Gewichtung hängt von Ihrer Situation ab. Wenn Ihre Prozesse komplex sind und spezifische Branchenfunktionen brauchen, hat der Funktionsumfang Vorrang. Wenn die Akzeptanz im Team das größte Risiko ist (z.B. bei IT-fernen Mitarbeitern im Handwerk), ist Benutzerfreundlichkeit wichtiger.

Kann ich das ERP-System später wechseln, wenn es nicht passt?

Technisch ja, aber ein ERP-Wechsel ist aufwendig und teuer (typischerweise 80-120% der ursprünglichen Einführungskosten). Genau deshalb ist der Auswahlprozess so wichtig. Achten Sie bei der Vertragsgestaltung auf Export-Möglichkeiten und faire Kündigungsfristen.

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Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information. Für individuelle Beratung wende dich an einen qualifizierten IT- oder Unternehmensberater.
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