VPN & Remote-Zugang sicher gestalten: Der Entscheidungs-Guide für KMU
So sichern Sie den Remote-Zugang Ihres Unternehmens ab. VPN, Zero Trust, MDM und BYOD-Richtlinien im Vergleich. Praxisnaher Guide für KMU-Entscheider.

VPN & Remote-Zugang sicher gestalten: Der Entscheidungs-Guide für KMU
Laut dem Digitalindex 2024 des Bundesministeriums für Wirtschaft arbeiten inzwischen rund 40 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland zumindest teilweise im Homeoffice. Für kleine und mittlere Unternehmen bedeutet das: Der sichere Fernzugriff auf Unternehmensdaten ist keine optionale Komfortfunktion mehr, sondern geschäftskritische Infrastruktur. Gleichzeitig zeigt der BSI-Lagebericht, dass gerade KMU zunehmend Ziel von Cyberangriffen werden. Ungesicherte Remote-Zugänge gehören dabei zu den häufigsten Einfallstoren.
Dieser Guide gibt Ihnen als Entscheider eine strukturierte Orientierung. Sie erfahren, welche Technologien es gibt, wie sich klassische VPN-Lösungen von modernen Zero-Trust-Ansätzen unterscheiden, und welche Maßnahmen Sie konkret ergreifen sollten, um den Remote-Zugang Ihres Unternehmens abzusichern.
Inhaltsverzeichnis
- VPN-Grundlagen: Was ist ein VPN und wie funktioniert es?
- Business-VPN-Lösungen im Überblick
- Zero Trust als Alternative zum klassischen VPN
- Mobile Device Management (MDM)
- BYOD-Policy: Private Geräte sicher einbinden
- Sicherheitsrichtlinien für den Remote-Zugang
- Vergleich: NordLayer vs. traditionelle VPN-Lösungen
- Checkliste: Remote-Zugang Sicherheit
- Praxisbeispiel: Sicherer Remote-Zugang bei einem KMU
- Zusammenfassung und nächste Schritte
- FAQ
VPN-Grundlagen: Was ist ein VPN und wie funktioniert es?
Ein Virtual Private Network (VPN) erstellt eine verschlüsselte Verbindung zwischen dem Gerät eines Mitarbeiters und dem Unternehmensnetzwerk. Stellen Sie sich das wie einen abhörsicheren Tunnel durch das öffentliche Internet vor. Alle Daten, die durch diesen Tunnel fließen, sind für Dritte nicht lesbar.
Wie ein Business-VPN technisch funktioniert
Im Kern basiert ein VPN auf drei Prinzipien:
-
Tunneling: Das VPN kapselt die Datenpakete in ein zusätzliches Protokoll ein. Gängige Tunneling-Protokolle sind WireGuard, OpenVPN und IPSec/IKEv2. Für Unternehmen ist WireGuard aktuell die beste Wahl, da es schnell, schlank und sicher ist.
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Verschlüsselung: Innerhalb des Tunnels werden die Daten mit starker Kryptografie verschlüsselt. Der Standard ist AES-256 – derselbe Algorithmus, den auch Banken und Behörden verwenden.
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Authentifizierung: Bevor der Tunnel aufgebaut wird, muss sich der Nutzer identifizieren. Bei professionellen Lösungen geschieht das über Benutzername und Passwort in Kombination mit einem zweiten Faktor (Multi-Faktor-Authentifizierung, MFA).
VPN-Typen für Unternehmen
Nicht jedes VPN ist gleich. Für KMU sind zwei Varianten relevant:
Remote-Access-VPN: Einzelne Mitarbeiter verbinden sich von außen mit dem Unternehmensnetzwerk. Das ist der klassische Fall für Homeoffice und Außendienst. Der Mitarbeiter startet eine VPN-App auf seinem Laptop, authentifiziert sich und hat dann Zugriff auf interne Ressourcen wie Dateiserver, ERP-Systeme oder Intranet.
Site-to-Site-VPN: Zwei oder mehr Unternehmensstandorte werden dauerhaft miteinander verbunden. Das ist relevant, wenn Sie etwa eine Filiale mit der Zentrale vernetzen möchten. Die Verbindung läuft über dedizierte VPN-Gateways und ist für die Nutzer transparent – sie merken keinen Unterschied zum lokalen Netzwerk.
Praxistipp: Für die meisten KMU mit Homeoffice-Bedarf ist ein Remote-Access-VPN der richtige Einstieg. Site-to-Site-VPNs werden erst relevant, wenn Sie mehrere feste Standorte vernetzen müssen.
Warum Consumer-VPNs nicht ausreichen
Ein häufiger Fehler: Unternehmen setzen auf günstige Consumer-VPN-Dienste, die eigentlich für Privatnutzer gedacht sind. Diese Dienste verschleiern zwar die IP-Adresse und verschlüsseln den Datenverkehr, bieten aber keine zentrale Nutzerverwaltung, keine Zugriffssteuerung auf Unternehmensressourcen und keine Compliance-Funktionen. Für den Unternehmenseinsatz sind sie schlicht ungeeignet.
Business-VPN-Lösungen im Überblick
Der Markt für Business-VPN-Lösungen lässt sich in drei Kategorien einteilen:
1. Selbst gehostete VPN-Server
Sie betreiben den VPN-Server auf eigener Hardware oder in Ihrer eigenen Cloud-Instanz. Gängige Software dafür ist OpenVPN Access Server oder WireGuard.
Vorteile:
- Volle Kontrolle über Daten und Infrastruktur
- Keine laufenden Lizenzkosten für die Software (Open Source)
- Maximale Anpassbarkeit
Nachteile:
- Erfordert IT-Know-how für Einrichtung und Wartung
- Sie sind selbst für Updates, Patches und Verfügbarkeit verantwortlich
- Skalierung bei wachsender Nutzerzahl aufwendig
2. Cloud-basierte Business-VPN-Dienste
Anbieter wie NordLayer, Perimeter 81 oder Twingate stellen die gesamte VPN-Infrastruktur als Cloud-Service bereit. Sie verwalten Nutzer über ein Web-Dashboard, und die Mitarbeiter installieren eine App.
Vorteile:
- Schnelle Einrichtung (oft innerhalb eines Tages)
- Keine eigene Server-Infrastruktur nötig
- Automatische Updates und Wartung durch den Anbieter
- Zentrale Nutzerverwaltung mit Rollen und Berechtigungen
Nachteile:
- Laufende monatliche Kosten pro Nutzer
- Abhängigkeit vom Anbieter (Vendor Lock-in)
- Daten fließen über Drittanbieter-Infrastruktur
3. VPN als Funktion der Firewall
Viele Unternehmens-Firewalls von Herstellern wie Sophos, Fortinet oder Lancom bieten integrierte VPN-Funktionen. Wenn Sie bereits eine solche Firewall betreiben, können Sie deren VPN-Modul nutzen.
Vorteile:
- Kein zusätzliches System nötig
- Integration mit bestehender Sicherheitsinfrastruktur
- Einmalige Kosten (Teil der Firewall-Lizenz)
Nachteile:
- Funktionsumfang oft begrenzt im Vergleich zu spezialisierten Lösungen
- Konfiguration kann komplex sein
- Performance hängt von der Firewall-Hardware ab
Praxistipp: Prüfen Sie zuerst, ob Ihre bestehende Firewall eine brauchbare VPN-Funktion bietet. Für bis zu 10 Remote-Nutzer reicht das häufig aus. Ab 15 bis 20 Nutzern lohnt sich der Blick auf spezialisierte Cloud-Lösungen wie NordLayer.
Zero Trust als Alternative zum klassischen VPN
In den letzten Jahren hat sich ein grundlegend anderer Sicherheitsansatz etabliert: Zero Trust Network Access (ZTNA). Für KMU ist es wichtig, dieses Konzept zu verstehen, denn es löst zunehmend das klassische VPN ab.
Das Prinzip: Vertraue niemandem
Beim klassischen VPN gilt: Wer sich erfolgreich anmeldet, hat Zugang zum gesamten Netzwerk. Das ist so, als würde man jedem Mitarbeiter mit gültigem Ausweis Zugang zu allen Räumen eines Gebäudes geben – vom Pausenraum bis zum Serverraum.
Zero Trust funktioniert anders. Hier wird bei jedem einzelnen Zugriff geprüft: Wer greift zu? Von welchem Gerät? Ist das Gerät sicher? Ist der Zugriff auf diese spezifische Ressource gerechtfertigt? Erst wenn alle Bedingungen erfüllt sind, wird der Zugriff auf genau diese eine Ressource gewährt – nicht auf das gesamte Netzwerk.
Die drei Säulen von Zero Trust
1. Identitätsprüfung: Jeder Zugriff erfordert eine starke Authentifizierung. Multi-Faktor-Authentifizierung ist nicht optional, sondern Pflicht. Idealerweise wird die Identität kontinuierlich überprüft, nicht nur beim Login.
2. Gerätebewertung: Das Endgerät wird bei jedem Zugriff auf seinen Sicherheitsstatus geprüft. Ist das Betriebssystem aktuell? Läuft eine Antivirensoftware? Ist die Festplatte verschlüsselt? Nur Geräte, die den Mindestanforderungen entsprechen, erhalten Zugang.
3. Least Privilege: Jeder Nutzer erhält nur Zugang zu den Ressourcen, die er für seine Arbeit benötigt. Ein Mitarbeiter im Marketing hat keinen Zugriff auf die Buchhaltungsdaten – auch dann nicht, wenn er im selben Netzwerk ist.
Wann Zero Trust besser ist als ein VPN
Nicht jedes KMU braucht sofort eine vollständige Zero-Trust-Architektur. Aber es gibt Szenarien, in denen der Ansatz dem klassischen VPN klar überlegen ist:
- Viele externe Mitarbeiter oder Freelancer: Zero Trust erlaubt granulare Zugriffsrechte, statt allen denselben Netzwerkzugang zu geben.
- Cloud-First-Unternehmen: Wenn Ihre Anwendungen ohnehin in der Cloud laufen (Microsoft 365, Google Workspace, SaaS-Lösungen), bringt ein VPN-Tunnel ins Firmennetzwerk wenig Mehrwert.
- Hohe Compliance-Anforderungen: Zero Trust bietet detaillierte Zugriffsprotokolle und feingranulare Berechtigungen, die bei Audits helfen.
- BYOD-Szenarien: Wenn Mitarbeiter eigene Geräte nutzen, ist eine gerätebasierte Zugangsbewertung sinnvoller als pauschaler Netzwerkzugang.
Praxistipp: Viele moderne Business-VPN-Anbieter wie NordLayer integrieren bereits Zero-Trust-Funktionen. Sie müssen sich also nicht zwingend zwischen VPN und Zero Trust entscheiden – oft bekommen Sie beides in einer Lösung.
Mobile Device Management (MDM)
Ein VPN allein reicht nicht aus, wenn Sie die Endgeräte nicht im Griff haben. Mobile Device Management ist die technische Grundlage, um Firmengeräte und unter bestimmten Voraussetzungen auch private Geräte zentral zu verwalten und abzusichern.
Was MDM leistet
Eine MDM-Lösung gibt Ihrer IT-Abteilung oder Ihrem IT-Dienstleister die Möglichkeit, Geräte zentral zu konfigurieren und zu überwachen. Konkret bedeutet das:
- Geräteregistrierung: Neue Geräte werden automatisch mit den richtigen Einstellungen, Apps und Sicherheitsrichtlinien konfiguriert.
- Richtlinien durchsetzen: Sie können verbindliche Regeln festlegen, etwa dass ein Gerät eine PIN haben muss, die Festplatte verschlüsselt sein muss oder bestimmte Apps nicht installiert werden dürfen.
- Remote-Löschung: Wenn ein Gerät verloren geht oder gestohlen wird, können Sie die Unternehmensdaten aus der Ferne löschen.
- App-Verteilung: Unternehmens-Apps und VPN-Konfigurationen lassen sich automatisch auf alle Geräte verteilen.
- Compliance-Monitoring: Sie sehen auf einen Blick, welche Geräte den Sicherheitsrichtlinien entsprechen und welche nicht.
MDM-Lösungen für KMU
Für KMU gibt es pragmatische Lösungen, die nicht das Budget einer Konzern-IT erfordern:
Microsoft Intune: Wenn Sie bereits Microsoft 365 Business Premium nutzen, ist Intune inklusive. Für viele KMU ist das der einfachste Einstieg, da keine zusätzliche Software nötig ist.
Jamf (für Apple-Umgebungen): Wenn Ihr Unternehmen primär mit Apple-Geräten arbeitet, ist Jamf die spezialisierte Lösung. Besonders für kreative Branchen und Agenturen relevant.
SOTI oder Hexnode: Plattformübergreifende Lösungen, die Windows, macOS, iOS und Android abdecken. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für KMU.
Praxistipp: Bevor Sie eine separate MDM-Lösung evaluieren, prüfen Sie, ob Ihr bestehendes Microsoft-365-Abonnement bereits Intune enthält. In vielen Fällen zahlen Sie bereits für MDM, ohne es zu wissen.
MDM und VPN kombinieren
Die größte Wirkung erzielen MDM und VPN in Kombination. Ein typisches Setup sieht so aus: Das MDM-System stellt sicher, dass nur verwaltete und sichere Geräte eine VPN-Verbindung aufbauen können. Wenn ein Gerät den Sicherheitsrichtlinien nicht entspricht (etwa weil das Betriebssystem nicht aktualisiert wurde), wird der VPN-Zugang automatisch gesperrt. Das ist ein praktischer erster Schritt in Richtung Zero Trust.
BYOD-Policy: Private Geräte sicher einbinden
Bring Your Own Device (BYOD) ist in vielen KMU Realität. Mitarbeiter nutzen ihr privates Smartphone für geschäftliche E-Mails, greifen vom privaten Laptop auf Unternehmensdaten zu oder verwenden ihr eigenes Tablet für Präsentationen. Ohne klare Regeln ist das ein erhebliches Sicherheitsrisiko.
Warum Sie eine BYOD-Policy brauchen
Ohne schriftliche Regelung bewegen Sie sich in einer Grauzone. Was passiert, wenn ein Mitarbeiter sein privates Smartphone verliert, auf dem geschäftliche E-Mails und Kontakte gespeichert sind? Dürfen Sie das Gerät aus der Ferne löschen? Was ist mit der Datenschutz-Grundverordnung? Eine BYOD-Policy schafft Klarheit für beide Seiten.
Bestandteile einer BYOD-Policy
Eine praxistaugliche BYOD-Policy für KMU sollte mindestens diese Punkte regeln:
1. Zugelassene Geräte und Betriebssysteme: Definieren Sie, welche Geräte und Mindest-Betriebssystemversionen erlaubt sind. Beispiel: Android ab Version 13, iOS ab Version 16, Windows ab Version 11.
2. Sicherheitsanforderungen: Legen Sie verbindlich fest, dass private Geräte eine Bildschirmsperre mit mindestens sechsstelliger PIN nutzen müssen, die Festplatte oder den Speicher verschlüsselt haben müssen und über eine aktuelle Antivirensoftware verfügen müssen (bei Windows und Android).
3. Trennung von privaten und geschäftlichen Daten: Setzen Sie auf Container-Lösungen, die einen abgetrennten Bereich auf dem Gerät schaffen. Microsoft Intune und andere MDM-Lösungen bieten solche Container. Geschäftliche Daten liegen verschlüsselt im Container und können separat gelöscht werden, ohne private Fotos oder Apps zu berühren.
4. Remote-Wipe-Vereinbarung: Holen Sie die schriftliche Zustimmung der Mitarbeiter ein, dass im Verlustfall die geschäftlichen Daten (nicht die privaten) aus der Ferne gelöscht werden dürfen.
5. Support und Verantwortlichkeiten: Klären Sie, wer bei technischen Problemen hilft und wer für Reparatur oder Ersatz des Geräts verantwortlich ist.
6. Austritt aus dem Unternehmen: Regeln Sie, was beim Ausscheiden eines Mitarbeiters passiert. Alle Unternehmensdaten und -apps müssen vom privaten Gerät entfernt werden.
Praxistipp: Halten Sie die BYOD-Policy so kurz und verständlich wie möglich. Eine Policy, die niemand liest, schützt niemanden. Zwei bis drei Seiten reichen für ein KMU völlig aus.
Sicherheitsrichtlinien für den Remote-Zugang
Technologie allein schützt nicht. Sie brauchen klare, schriftliche Sicherheitsrichtlinien, die für alle Mitarbeiter gelten. Hier sind die wichtigsten Punkte, die Ihre Remote-Access-Policy abdecken sollte:
Authentifizierung und Passwörter
- Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ist Pflicht für jeden Remote-Zugang. Keine Ausnahmen, auch nicht für die Geschäftsführung.
- Passwörter müssen mindestens 12 Zeichen lang sein und dürfen nicht wiederverwendet werden. Stellen Sie einen Passwort-Manager bereit.
- Privilegierte Zugänge (Administratoren) benötigen zusätzliche Absicherung, etwa Hardware-Token wie YubiKeys.
Netzwerk und Verbindung
- Der VPN-Client muss aktiv sein, bevor auf Unternehmensressourcen zugegriffen wird. Konfigurieren Sie nach Möglichkeit einen Always-On-VPN.
- Offene WLANs (Hotel, Café, Flughafen) dürfen nur in Kombination mit aktivem VPN genutzt werden.
- Split-Tunneling (nur Unternehmensdaten durch den VPN-Tunnel, privater Traffic direkt ins Internet) sollte nur dann aktiviert werden, wenn die Endgeräte durch weitere Maßnahmen abgesichert sind.
Datenhandhabung
- Vertrauliche Unternehmensdaten dürfen nicht auf lokale Festplatten heruntergeladen werden, sofern nicht zwingend nötig.
- USB-Sticks und externe Speichermedien sind für den Transfer von Unternehmensdaten nicht erlaubt.
- Cloud-Speicher für Unternehmensdaten ist nur auf freigegebenen Plattformen erlaubt (etwa SharePoint, nicht private Dropbox-Konten).
Updates und Patches
- Betriebssystem-Updates müssen innerhalb von 72 Stunden nach Veröffentlichung installiert werden.
- Browser-Updates sind sofort durchzuführen.
- Die IT-Abteilung prüft regelmäßig den Patch-Status aller Geräte.
Meldepflichten
- Verlust oder Diebstahl eines Geräts mit Unternehmenszugang muss sofort (innerhalb einer Stunde) gemeldet werden.
- Verdächtige E-Mails oder Phishing-Versuche sind umgehend an die IT zu melden.
- Bei Verdacht auf eine Kompromittierung des Geräts darf es nicht weiter für den Unternehmenszugang verwendet werden.
Vergleich: NordLayer vs. traditionelle VPN-Lösungen
Um Ihnen die Einordnung zu erleichtern, haben wir Cloud-basierte Business-VPN-Dienste am Beispiel von NordLayer mit traditionellen, selbst gehosteten VPN-Lösungen verglichen:
| Kriterium | NordLayer (Cloud-VPN) | Traditionelles VPN (selbst gehostet) |
|---|---|---|
| Einrichtungszeit | Wenige Stunden | Mehrere Tage bis Wochen |
| IT-Know-how nötig | Gering (Web-Dashboard) | Hoch (Serverkonfiguration) |
| Kosten (20 Nutzer) | Ca. 8-14 EUR/Nutzer/Monat | Einmalig Hardware + laufende Wartung |
| Skalierbarkeit | Sofort skalierbar | Hardwareabhängig, Aufrüstung nötig |
| Zero-Trust-Funktionen | Integriert (Geräteprüfung, Zugriffssteuerung) | Nur mit Zusatzlösungen |
| Nutzerverwaltung | Zentrales Dashboard, SSO-Integration | Manuell oder über Active Directory |
| Serverstandorte | Weltweit verteilt (30+ Länder) | Eigener Standort |
| Wartung und Updates | Automatisch durch Anbieter | Eigenverantwortlich |
| Datenkontrolle | Daten fließen über Anbieter-Infrastruktur | Volle Kontrolle |
| Compliance (DSGVO) | Anbieter muss DSGVO-konform sein (prüfen!) | Volle Eigenverantwortung |
| Geeignet für | KMU ohne eigene IT-Abteilung, schnell wachsende Teams | Unternehmen mit eigener IT und hohen Datenschutzanforderungen |
Fazit des Vergleichs: Für KMU ohne dedizierte IT-Abteilung ist eine Cloud-Lösung wie NordLayer in den meisten Fällen die pragmatischere Wahl. Die monatlichen Kosten sind kalkulierbar, die Einrichtung ist schnell und der Wartungsaufwand minimal. Unternehmen mit eigener IT-Abteilung und strengen Datenschutzanforderungen (etwa im Gesundheitswesen oder bei Anwaltskanzleien) sollten eine selbst gehostete Lösung in Betracht ziehen.
Checkliste: Remote-Zugang Sicherheit
Nutzen Sie diese Checkliste, um den aktuellen Stand Ihres Remote-Zugangs zu bewerten und Lücken zu identifizieren:
Grundlagen
- VPN oder Zero-Trust-Lösung ist für alle Remote-Mitarbeiter eingerichtet
- Multi-Faktor-Authentifizierung ist für alle Remote-Zugänge aktiviert
- Ein Passwort-Manager wird bereitgestellt und genutzt
- Alle Remote-Verbindungen sind verschlüsselt (mindestens AES-256)
Gerätesicherheit
- Alle Geräte mit Remote-Zugang sind inventarisiert
- Eine MDM-Lösung ist im Einsatz oder evaluiert
- Festplattenverschlüsselung ist auf allen Geräten aktiviert (BitLocker, FileVault)
- Automatische Betriebssystem-Updates sind konfiguriert
- Antivirensoftware ist auf allen Geräten installiert und aktuell
Richtlinien
- Eine schriftliche Remote-Access-Policy existiert
- Alle Mitarbeiter haben die Policy gelesen und unterschrieben
- Eine BYOD-Policy ist vorhanden (falls private Geräte genutzt werden)
- Meldeprozesse bei Geräteverlust sind definiert und bekannt
- Regelmäßige Sicherheitsschulungen finden statt (mindestens jährlich)
Zugriffssteuerung
- Zugriffsrechte sind nach dem Least-Privilege-Prinzip vergeben
- Ehemalige Mitarbeiter werden zeitnah (am letzten Arbeitstag) deaktiviert
- Administratorzugänge sind besonders abgesichert (Hardware-Token)
- Zugriffsprotokolle werden gespeichert und regelmäßig ausgewertet
Notfallvorsorge
- Ein Incident-Response-Plan für Sicherheitsvorfälle existiert
- Remote-Wipe-Funktion ist für alle Geräte eingerichtet und getestet
- Backup-Strategie deckt auch Remote-Arbeitsplätze ab
- Ansprechpartner und Eskalationswege sind dokumentiert
Praxisbeispiel: Sicherer Remote-Zugang bei einem KMU {#praxisbeispiel}
Ausgangssituation: Die fiktive "Rheinwerk Consulting GmbH" mit 35 Mitarbeitern an zwei Standorten (Köln und Berlin) berät mittelständische Unternehmen im Bereich Digitalisierung. Vor der Neugestaltung des Remote-Zugangs sah die Situation so aus:
- 15 Mitarbeiter arbeiteten regelmäßig im Homeoffice, ohne einheitliche VPN-Lösung
- Einige Berater nutzten einen Consumer-VPN-Dienst, andere gar keinen Schutz
- Kundendaten lagen auf einem lokalen Dateiserver in Köln, Zugriff aus dem Homeoffice nur per unsicherer Remote-Desktop-Verbindung
- Fünf Mitarbeiter nutzten private Laptops für die Arbeit
- Es gab keine schriftlichen Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
Vorgehen in vier Schritten:
Schritt 1 – Bestandsaufnahme und Anforderungen (Woche 1-2): Die Geschäftsführung und der externe IT-Dienstleister erfassten alle Geräte, Nutzer und Anwendungen, die remote genutzt werden. Sie definierten drei Nutzergruppen: Festangestellte mit Firmenlaptop, Festangestellte mit privatem Gerät (BYOD) und externe Berater mit temporärem Zugang.
Schritt 2 – Auswahl der Lösung (Woche 3-4): Nach einer Evaluierung entschied sich Rheinwerk für NordLayer als Cloud-VPN mit integrierten Zero-Trust-Funktionen. Ausschlaggebend waren die schnelle Einrichtung ohne eigene Server, die Möglichkeit, verschiedene Zugriffsgruppen zu definieren, und die Geräteprüfung vor dem Verbindungsaufbau. Parallel wurde Microsoft Intune als MDM-Lösung aktiviert, da das Unternehmen bereits Microsoft 365 Business Premium nutzte.
Schritt 3 – Rollout und Richtlinien (Woche 5-8): Der IT-Dienstleister richtete NordLayer ein und erstellte drei Zugriffsgruppen: Berater erhielten Zugriff auf den Dateiserver und das CRM, die Buchhaltung auf den Dateiserver und das Finanzsystem, externe Berater nur auf ein dediziertes Projektverzeichnis. Gleichzeitig wurden eine Remote-Access-Policy und eine BYOD-Policy erstellt. Alle Mitarbeiter erhielten eine 90-minütige Schulung.
Schritt 4 – Betrieb und Optimierung (laufend): Monatlich prüft der IT-Dienstleister die Zugriffsprotokolle und den Compliance-Status der Geräte. Quartalsweise werden die Zugriffsrechte überprüft und bei Bedarf angepasst.
Ergebnis: Innerhalb von zwei Monaten hatte Rheinwerk Consulting einen durchgängig abgesicherten Remote-Zugang. Die monatlichen Kosten: rund 500 Euro für NordLayer (35 Nutzer) plus die bereits vorhandene Microsoft-365-Lizenz für Intune. Der externe IT-Dienstleister berechnet etwa 300 Euro pro Monat für die laufende Betreuung. Insgesamt also rund 800 Euro monatlich für einen professionellen, sicheren Remote-Zugang – weniger als ein einziger Sicherheitsvorfall kosten würde.
Zusammenfassung und nächste Schritte {#zusammenfassung}
Sicherer Remote-Zugang ist für KMU kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Guide:
-
Ein Business-VPN ist das Minimum. Consumer-VPNs oder gar kein VPN sind für den Unternehmenszugang nicht akzeptabel.
-
Zero Trust ergänzt oder ersetzt das VPN. Gerade für Cloud-orientierte Unternehmen mit vielen externen Mitarbeitern ist der Zero-Trust-Ansatz die zukunftssicherere Lösung.
-
Technik allein reicht nicht. Sie brauchen klare Richtlinien, geschulte Mitarbeiter und eine BYOD-Policy, wenn private Geräte genutzt werden.
-
MDM gibt Ihnen Kontrolle. Ohne Gerätemanagement haben Sie keine Übersicht darüber, welche Geräte auf Ihre Daten zugreifen und ob diese sicher sind.
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Starten Sie pragmatisch. Sie müssen nicht alles auf einmal umsetzen. Beginnen Sie mit VPN und MFA, ergänzen Sie dann MDM und entwickeln Sie schrittweise Richtlinien.
Nächste Schritte
Sie haben noch keine VPN-Lösung? Starten Sie mit dem NordLayer Tool-Check auf Smartkanal.de, um zu prüfen, ob NordLayer zu Ihren Anforderungen passt.
Sie möchten Ihre Sicherheitsstrategie breiter aufstellen? Lesen Sie unseren Guide zu IT-Sicherheit für KMU, der das Thema Remote-Zugang im Gesamtkontext der Unternehmenssicherheit einordnet.
Sie suchen die richtige Kommunikationslösung für Ihr Remote-Team? Unser Guide Unified Communications für KMU hilft Ihnen bei der Auswahl der passenden Plattform.
FAQ {#faq}
Reicht ein kostenloses VPN für mein Unternehmen?
Nein. Kostenlose VPN-Dienste sind für den Unternehmenseinsatz nicht geeignet. Sie bieten keine zentrale Nutzerverwaltung, keine granulare Zugriffssteuerung und finanzieren sich häufig über den Verkauf von Nutzungsdaten. Zudem fehlen Funktionen wie MFA-Integration, Compliance-Reporting und professioneller Support. Für geschäftskritische Daten sollten Sie ausschließlich auf professionelle Business-VPN-Lösungen setzen, die ab etwa 7 Euro pro Nutzer und Monat verfügbar sind.
Wie unterscheidet sich Zero Trust von einem VPN?
Ein VPN gewährt nach erfolgreicher Anmeldung Zugang zum gesamten Netzwerk. Zero Trust prüft bei jedem einzelnen Zugriff, ob der Nutzer, das Gerät und die angeforderte Ressource zusammenpassen. Statt einer Alles-oder-nichts-Entscheidung trifft Zero Trust granulare Zugangsentscheidungen. Für KMU ist die gute Nachricht, dass viele moderne VPN-Anbieter Zero-Trust-Funktionen integrieren, sodass Sie beide Ansätze kombinieren können.
Muss ich eine BYOD-Policy haben, wenn Mitarbeiter private Geräte nutzen?
Streng genommen gibt es keine gesetzliche Pflicht für eine BYOD-Policy. Allerdings verpflichtet die DSGVO Sie, den Schutz personenbezogener Daten sicherzustellen – und das schließt Daten auf privaten Geräten ein. Ohne schriftliche Regelung riskieren Sie, bei einem Datenschutzvorfall keine nachweisbaren Schutzmaßnahmen vorweisen zu können. Außerdem schützt eine BYOD-Policy auch Sie als Arbeitgeber, denn sie klärt Haftungsfragen und die Berechtigung zur Fernlöschung von Unternehmensdaten.
Wie hoch sind die Kosten für einen sicheren Remote-Zugang im KMU?
Die Kosten hängen von der Unternehmensgröße und dem gewählten Ansatz ab. Als Richtwert für ein Unternehmen mit 20 bis 50 Mitarbeitern: Ein Cloud-VPN wie NordLayer kostet 8 bis 14 Euro pro Nutzer und Monat. Eine MDM-Lösung wie Microsoft Intune ist bei Microsoft 365 Business Premium inklusive, ansonsten ab etwa 6 Euro pro Gerät und Monat. Dazu kommen gegebenenfalls Kosten für einen externen IT-Dienstleister von 200 bis 500 Euro monatlich. Insgesamt sollten Sie mit 15 bis 30 Euro pro Mitarbeiter und Monat rechnen. Das ist ein Bruchteil der Kosten, die ein Sicherheitsvorfall verursachen würde.
Was ist der erste Schritt, wenn wir bisher keinen gesicherten Remote-Zugang haben?
Beginnen Sie mit drei sofort umsetzbaren Maßnahmen: Erstens, aktivieren Sie Multi-Faktor-Authentifizierung für alle Cloud-Dienste, die Ihr Unternehmen nutzt (Microsoft 365, Google Workspace und so weiter). Das ist in den meisten Fällen kostenlos und innerhalb eines Tages erledigt. Zweitens, richten Sie eine Business-VPN-Lösung ein. Cloud-Dienste wie NordLayer lassen sich innerhalb weniger Stunden für das gesamte Team aktivieren. Drittens, erstellen Sie eine einseitige Kurzrichtlinie mit den wichtigsten Verhaltensregeln für das Arbeiten von unterwegs und kommunizieren Sie diese an alle Mitarbeiter.
Genug gelesen — Zeit für deinen Score.
Compliance-Check inkl. IT-Sicherheit.