Recruitee: Bewerbermanagement im Test
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Recruitee: Bewerbermanagement im Test
Quick-Info-Box
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Anbieter | Recruitee B.V. (Amsterdam, Teil von Tellent) |
| Kategorie | ATS / Bewerbermanagement |
| Zielgruppe | KMU (20–500 Mitarbeiter) |
| Preismodell | Abo (monatlich/jährlich) |
| Preis ab | 199 €/Monat (Launch-Plan) |
| Kostenlos testen | Ja, 18 Tage kostenlos |
| DSGVO-konform | Ja (EU-Hosting, niederländischer Anbieter) |
| Bewertung | 4.0 / 5 |
Kurzfazit
Recruitee ist eines der besten reinen Applicant-Tracking-Systeme für mittelständische Unternehmen, die Recruiting als Teamaufgabe verstehen. Die Plattform überzeugt mit einem modernen Interface, einem starken Karriereseite-Builder und herausragenden Collaboration-Funktionen. Hiring-Manager und Fachabteilungen lassen sich mühelos einbinden. Allerdings ist der Einstiegspreis mit 199 Euro pro Monat für kleine Teams hoch, und Multiposting auf großen Jobbörsen verursacht zusätzliche Kosten. Wer ein reines ATS ohne HR-Management sucht, findet hier eine erstklassige Lösung.
Über Recruitee
Recruitee wurde 2015 in Amsterdam von Perry Oostdam und Pawel Smolarz gegründet. Die Idee entstand aus der eigenen Frustration mit bestehenden Recruiting-Tools, die entweder zu komplex oder zu unflexibel für wachsende Unternehmen waren. Seit der Gründung hat sich Recruitee zu einer der führenden europäischen ATS-Plattformen entwickelt und zählt heute über 5.000 Kunden weltweit.
2022 wurde Recruitee Teil der Tellent-Gruppe (vormals Recruitee Group), zu der auch die HR-Tools Javelo (Performance Management) und KiwiHR (HR-Verwaltung) gehören. Mit diesem Schritt positioniert sich das Unternehmen als breitere HR-Tech-Plattform, auch wenn Recruitee selbst weiterhin ein fokussiertes Bewerbermanagement-System bleibt.
Der europäische Ursprung ist ein relevanter Vorteil: Recruitee wurde von Grund auf mit DSGVO-Konformität entwickelt und hostet Daten in der EU. Für deutsche Unternehmen, die bei US-amerikanischen Anbietern Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes haben, ist das ein echtes Argument. Mit Kunden wie Toyota, Scotch & Soda und Vice Media bedient Recruitee sowohl internationale Marken als auch mittelständische Unternehmen im DACH-Raum.
Funktionsumfang
Karriereseite-Builder (4.5/5)
Die Karriereseite ist eines der Aushängeschilder von Recruitee. Mit dem integrierten Builder erstellen Sie ohne Programmierkenntnisse eine ansprechende, mobiloptimierte Karriereseite. Sie können Farben, Logos, Bilder und Texte an Ihr Employer Branding anpassen. Die Seite lässt sich entweder als eigenständige Seite unter einer Subdomain betreiben oder per Widget in Ihre bestehende Website einbinden.
Besonders gelungen: Sie können individuelle Landingpages für verschiedene Abteilungen oder Standorte erstellen. Für Unternehmen, die aktiv Employer Branding betreiben, ist das ein spürbarer Mehrwert gegenüber Wettbewerbern, die nur eine einfache Stellenliste bieten.
Multiposting und Jobbörsen (3.5/5)
Recruitee bietet die Möglichkeit, Stellenanzeigen auf mehreren Jobbörsen gleichzeitig zu veröffentlichen. Die Plattform ist mit über 1.350 kostenlosen und kostenpflichtigen Jobbörsen vernetzt, darunter Indeed, LinkedIn, Glassdoor und StepStone. Kostenlose Kanäle wie Google for Jobs, Indeed (organisch) und die Bundesagentur für Arbeit sind im Tarif enthalten.
Der Haken: Die Veröffentlichung auf Premium-Jobbörsen wie StepStone, Monster oder LinkedIn Jobs kostet zusätzlich. Diese Kosten werden direkt über Recruitee abgerechnet, was zwar bequem ist, aber die Gesamtkosten schnell in die Höhe treibt. Planen Sie dieses Budget ein, wenn Multiposting für Sie relevant ist.
Bewerber-Pipeline (4.5/5)
Das Herzstück von Recruitee ist die visuelle Bewerber-Pipeline. Jede offene Stelle verfügt über ein Kanban-Board, auf dem Sie Bewerbungen durch frei konfigurierbare Phasen bewegen -- von "Eingang" über "Telefoninterview" bis "Angebot". Per Drag-and-Drop verschieben Sie Kandidaten zwischen den Stufen. Die Darstellung ist übersichtlich und auf einen Blick erfassbar.
Sie können Pipeline-Templates anlegen und für verschiedene Stellentypen wiederverwenden. Automatische Aktionen lassen sich an Pipeline-Stufen knüpfen: etwa eine automatische Eingangsbestätigung beim Bewerbungseingang oder eine Erinnerung an den Hiring-Manager nach drei Tagen ohne Feedback. Diese Automatisierungen sparen im Tagesgeschäft spürbar Zeit.
Collaboration und Team-Bewertung (4.5/5)
Hier spielt Recruitee seine größte Stärke aus. Die Plattform wurde von Grund auf für kollaboratives Recruiting entwickelt. Hiring-Manager und Fachabteilungen erhalten gezielt Zugang zu relevanten Bewerbungen, ohne das gesamte System sehen zu müssen. Sie können Kandidaten bewerten, Kommentare hinterlassen und strukturierte Scorecards ausfüllen.
Die Evaluationsbögen sind anpassbar: Sie definieren Kriterien, Bewertungsskalen und Pflichtfelder je nach Position. Das Ergebnis ist ein strukturierter, nachvollziehbarer Bewertungsprozess, der subjektive Bauchentscheidungen reduziert. Für Unternehmen, die Hiring-Entscheidungen im Team treffen, ist das ein erheblicher Vorteil gegenüber Systemen, die primär für HR-Abteilungen gebaut sind.
Über die Mentions-Funktion können Sie Kollegen direkt in Bewerberprofilen markieren und in die Diskussion einbinden -- ähnlich wie in Slack oder Teams.
Analysen und Reports (3.5/5)
Recruitee bietet ein solides Reporting-Dashboard mit den wichtigsten Recruiting-Kennzahlen: Time-to-Hire, Source-of-Hire, Pipeline-Conversion-Rates und Bewerberquellen. Die Daten werden visuell aufbereitet und sind leicht verständlich.
Für grundlegende Recruiting-Analysen reicht das aus. Allerdings fehlt die Möglichkeit, wirklich individuelle Reports zu erstellen oder Daten granular zu filtern. Unternehmen mit einer datengetriebenen Recruiting-Strategie werden an Grenzen stoßen. Der Export von Rohdaten ist möglich, tiefergehende Analysen erfordern dann aber externe Tools wie Excel oder ein BI-System.
CareersHub (3.5/5)
CareersHub ist Recruitees Lösung für Talent Pools und proaktives Sourcing. Kandidaten, die sich initiativ bewerben oder für eine aktuelle Stelle nicht passen, können in einem Talent Pool gespeichert und bei zukünftigen Positionen erneut angesprochen werden. Das Feature ist funktional, aber nicht so ausgereift wie bei spezialisierten Sourcing-Tools. Für Unternehmen, die regelmäßig auf bestehende Kontakte zurückgreifen, ist es dennoch ein nützliches Feature.
Templates und Vorlagen (3.5/5)
Recruitee bietet Templates für Stellenanzeigen, E-Mails, Bewertungsbögen und Pipeline-Stufen. Das spart Zeit bei wiederkehrenden Prozessen und sorgt für einheitliche Kommunikation. Die Vorlagen sind anpassbar, könnten aber an einigen Stellen flexibler sein -- etwa bei der Gestaltung von Absage-E-Mails mit bedingten Textbausteinen.
Benutzerfreundlichkeit
Recruitee gehört zu den benutzerfreundlichsten ATS-Systemen auf dem Markt. Die Oberfläche ist modern, aufgeräumt und folgt zeitgemäßen Design-Prinzipien. Man merkt, dass das Team von Consumer-Apps gelernt hat: Die Navigation ist intuitiv, Aktionen sind logisch angeordnet, und überflüssige Klicks wurden konsequent reduziert.
Die Einarbeitung gelingt schnell. HR-Mitarbeiter mit grundlegender Software-Erfahrung finden sich in der Regel innerhalb eines Tages zurecht. Für Hiring-Manager, die nur gelegentlich Bewerbungen sichten und bewerten, ist die Lernkurve noch flacher -- die Bewertungsfunktionen sind selbsterklärend.
Die mobile Nutzung funktioniert über den Browser, eine dedizierte App gibt es nicht. Das ist ein kleiner Nachteil für Recruiter, die häufig unterwegs Bewerbungen sichten möchten. Die responsive Darstellung im mobilen Browser ist aber solide.
Einarbeitungszeit: Für HR-Verantwortliche rechnen Sie mit einem halben bis ganzen Tag für die Grundfunktionen. Die Konfiguration von Pipelines, Templates und Berechtigungen nimmt zusätzlich ein bis zwei Tage in Anspruch. Hiring-Manager, die nur bewerten und kommentieren, brauchen in der Regel 15 bis 30 Minuten Einführung.
Integrationen und Schnittstellen
Recruitee bietet eine ordentliche Auswahl an Integrationen, die für ein ATS-System die wichtigsten Bereiche abdecken:
Kommunikation und Zusammenarbeit:
- Slack (Benachrichtigungen über neue Bewerbungen und Status-Updates)
- Microsoft Teams (Benachrichtigungen und Abstimmungen)
- Zoom und Google Meet (Interview-Planung)
HR-Systeme:
- HiBob (Übergabe eingestellter Kandidaten)
- BambooHR (Synchronisierung von Mitarbeiterdaten)
- Personio (über Zapier)
Jobbörsen und Sourcing:
- LinkedIn Recruiter (direkte Anbindung)
- Indeed (organische und gesponserte Anzeigen)
- Glassdoor, StepStone, Monster (über Multiposting)
- LinkedIn RSC (Recruiter System Connect)
Automatisierung:
- Zapier (Verbindung mit über 5.000 Apps)
- Make (ehemals Integromat)
API: Recruitee bietet eine offene REST-API, die gut dokumentiert ist. Für Unternehmen mit eigener IT-Abteilung ermöglicht das individuelle Anbindungen an bestehende Systeme, etwa ein internes HR-Portal oder ein ERP-System.
Für den deutschen Markt relevant: Die direkte Integration mit deutschen HR-Systemen wie Personio ist nur über den Umweg Zapier möglich. Wer eine nahtlose Anbindung an ein deutsches HR-System benötigt, sollte das vor der Entscheidung prüfen.
Preise und Tarife
Recruitee bietet drei Tarifvarianten an. Die Preise basieren nicht auf der Anzahl der Nutzer, sondern auf dem Funktionsumfang. Alle Pläne erlauben unbegrenzte Nutzer -- ein klarer Vorteil gegenüber Anbietern, die pro Seat abrechnen.
Launch (ab 199 €/Monat)
- Bis zu 5 aktive Stellenanzeigen
- Karriereseite-Builder
- Bewerber-Pipeline mit Kanban-Board
- Team-Bewertung und Scorecards
- Kostenlose Jobbörsen (Google for Jobs, Indeed organisch)
- E-Mail-Templates
- Basis-Reporting
- Unbegrenzte Nutzer
Scale (auf Anfrage)
- Alles aus Launch, plus:
- Unbegrenzte Stellenanzeigen
- Erweiterte Automatisierungen
- Talent Pools (CareersHub)
- Erweiterte Berechtigungen und Rollen
- Erweiterte Reports und Analysen
- SSO (Single Sign-On)
- Dedizierter Customer Success Manager
Lead (auf Anfrage)
- Alles aus Scale, plus:
- Multi-Language-Karriereseiten
- Erweiterte Compliance-Features
- Custom Onboarding
- Premium Support mit garantierter Reaktionszeit
- API-Erweiterungen
Kritischer Hinweis: Der Launch-Plan mit 199 Euro pro Monat und maximal 5 aktiven Stellen ist für Unternehmen, die regelmäßig mehr als eine Handvoll Positionen besetzen, schnell zu klein. Der Wechsel auf den Scale-Plan ist dann erforderlich -- die Preise dafür kommuniziert Recruitee nur auf Anfrage. Rechnen Sie erfahrungsgemäß mit 300 bis 500 Euro pro Monat oder mehr, je nach Unternehmensgröße. Dazu kommen die Kosten für Premium-Jobbörsen, die separat berechnet werden. Die Gesamtkosten können sich so schnell auf 500 bis 1.000 Euro pro Monat summieren.
Positiv: Alle Tarife beinhalten unbegrenzte Nutzer. Sie zahlen nicht pro Recruiter oder Hiring-Manager. Für Unternehmen, die viele Abteilungsleiter in den Recruiting-Prozess einbinden, ist das ein echter Kostenvorteil.
Support und Service
Recruitee bietet Support auf Englisch und Deutsch per E-Mail und Chat. Die Reaktionszeiten liegen in der Regel bei wenigen Stunden während der Geschäftszeiten. Der Support wird von Nutzern überwiegend als kompetent und freundlich beschrieben.
Im Launch-Plan ist der Standard-Support enthalten. Ab dem Scale-Plan erhalten Sie einen dedizierten Customer Success Manager, der bei der Einrichtung unterstützt und regelmäßige Check-ins anbietet. Im Lead-Plan gibt es Premium-Support mit garantierten Reaktionszeiten.
Die Knowledge Base ist umfangreich und gut strukturiert, mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Video-Tutorials. Für die eigenständige Einrichtung und Problemlösung reicht das in den meisten Fällen aus. Webinare und Schulungen werden regelmäßig angeboten.
Onboarding: Recruitee bietet kein kostenpflichtiges Pflicht-Onboarding. Die Einrichtung ist selbstständig möglich, was positiv ist. Für Unternehmen, die professionelle Unterstützung bei der Implementierung wünschen, stehen optionale Onboarding-Pakete zur Verfügung.
Stärken und Schwächen
Stärken
-
Herausragende Team-Zusammenarbeit: Recruitee ist das ATS, das kollaboratives Recruiting am besten umsetzt. Hiring-Manager, Fachabteilungen und Recruiter arbeiten auf einer Plattform zusammen, ohne dass jemand eine Schulung benötigt. Scorecards, Mentions und rollenbasierte Zugänge machen den Unterschied.
-
Modernes, intuitives Interface: Die Benutzeroberfläche ist eine der besten im ATS-Markt. Kein Vergleich zu den überladenen Oberflächen älterer Systeme. Neue Nutzer arbeiten sich in Stunden statt Tagen ein.
-
Starker Karriereseite-Builder: Die Möglichkeit, ohne Programmierkenntnisse eine professionelle, gebrandete Karriereseite zu erstellen, ist ein klarer Wettbewerbsvorteil. Viele Konkurrenten bieten hier nur einfache Stellenlisten.
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Unbegrenzte Nutzer in allen Tarifen: Während Wettbewerber pro Seat abrechnen, können Sie bei Recruitee beliebig viele Hiring-Manager und Interviewer einladen. Das fördert die Zusammenarbeit und verursacht keine Zusatzkosten.
-
DSGVO-konform aus Europa: Als niederländisches Unternehmen mit EU-Hosting ist Recruitee datenschutzrechtlich gut aufgestellt. Automatische Löschfristen für Bewerberdaten, Einwilligungsverwaltung und ein Datenverarbeitungsvertrag sind standardmäßig enthalten.
Schwächen
-
Hoher Einstiegspreis für kleine Teams: 199 Euro pro Monat für maximal 5 Stellen ist für kleine Unternehmen mit geringem Recruiting-Volumen schwer zu rechtfertigen. Wer nur zwei bis drei Stellen pro Jahr besetzt, zahlt pro Einstellung unverhältnismäßig viel.
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Kein HR-Management enthalten: Recruitee ist ein reines ATS. Personalverwaltung, Zeiterfassung, Lohnabrechnung oder Onboarding-Workflows bietet die Plattform nicht. Wer eine All-in-One-Lösung sucht, benötigt zusätzliche Software -- und damit zusätzliche Kosten und Schnittstellen.
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Multiposting auf Premium-Jobbörsen kostet extra: Die Veröffentlichung auf StepStone, Monster oder LinkedIn Jobs ist nicht im Abo enthalten. Diese Zusatzkosten sind erheblich und machen die Gesamtkostenrechnung weniger transparent.
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Intransparente Preise ab dem Scale-Plan: Recruitee kommuniziert die Preise für Scale und Lead nur auf Anfrage. Das erschwert den Vergleich mit Wettbewerbern und die interne Budgetplanung. Ein Transparenzdefizit, das nicht nötig wäre.
-
Keine native mobile App: Recruitee bietet keine dedizierte Smartphone-App. Die mobile Browser-Version funktioniert, kann aber im Arbeitsalltag nicht mit einer nativen App mithalten -- insbesondere bei Benachrichtigungen und schnellem Zugriff unterwegs.
Für wen geeignet -- und für wen nicht
Gut geeignet für:
- Mittelständische Unternehmen (50–500 Mitarbeiter): Die regelmäßig rekrutieren und Fachabteilungen aktiv in den Prozess einbinden möchten. Hier spielt Recruitee seine Collaboration-Stärke voll aus.
- Wachsende Unternehmen mit Employer-Branding-Fokus: Der Karriereseite-Builder und die professionelle Kandidatenkommunikation unterstützen eine starke Arbeitgebermarke.
- Teams mit vielen Hiring-Managern: Durch die unbegrenzten Nutzer können Sie beliebig viele Abteilungsleiter und Interviewer einbinden, ohne Zusatzkosten.
- Unternehmen mit Datenschutz-Priorität: Der europäische Ursprung und die DSGVO-konforme Architektur sind ein Pluspunkt für Unternehmen mit strengen Compliance-Anforderungen.
Weniger geeignet für:
- Kleine Unternehmen mit wenigen Stellen: Wer nur gelegentlich rekrutiert, zahlt mit 199 Euro pro Monat einen hohen Fixpreis. Hier sind günstigere Alternativen wie JOIN oder Softgarden wirtschaftlicher.
- Unternehmen, die eine All-in-One-HR-Lösung suchen: Recruitee deckt nur das Bewerbermanagement ab. Für Personalverwaltung, Onboarding und Lohnabrechnung benötigen Sie zusätzliche Software wie Personio oder HiBob.
- Konzerne mit Enterprise-Anforderungen: Für Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern und komplexen Genehmigungsprozessen, Multi-Entity-Strukturen und tiefgreifenden Reporting-Anforderungen sind Systeme wie Greenhouse oder SAP SuccessFactors besser geeignet.
- Budgetbewusste Startups: Der Einstiegspreis ist für Startups in der Frühphase zu hoch. Kostenlose oder günstigere Alternativen wie JOIN bieten für den Anfang genug.
Alternativen zu Recruitee
Personio Recruiting
Personio bietet Recruiting als Teil einer umfassenden HR-Plattform für KMU. Wenn Sie neben dem Bewerbermanagement auch Personalverwaltung, Zeiterfassung und Lohnabrechnung aus einer Hand benötigen, ist Personio die logische Wahl. Das ATS-Modul ist solide, aber nicht so spezialisiert wie Recruitee. Ab ca. 200 €/Monat für das Gesamtpaket.
Softgarden
Ein deutsches ATS mit starkem Fokus auf Candidate Experience und Feedback-Funktionen. Softgarden bietet ebenfalls Multiposting, eine Karriereseite und Bewerber-Pipelines. Die Preise starten niedriger als bei Recruitee, und der DACH-Fokus spiegelt sich in besserer lokaler Jobbörsen-Anbindung wider. Empfehlenswert für Unternehmen, die eine kostengünstigere Alternative mit deutschem Support suchen.
Greenhouse
Die US-amerikanische ATS-Plattform ist der Benchmark für strukturiertes Hiring in größeren Unternehmen. Greenhouse bietet tiefere Analytics, komplexere Workflows und ein ausgereifteres Scoring-System als Recruitee. Allerdings zu einem deutlich höheren Preis und mit einer steileren Lernkurve. Sinnvoll für Unternehmen ab 200 Mitarbeitern mit anspruchsvollen Recruiting-Prozessen.
JOIN
Ein kostenloses ATS aus Berlin, das sich an kleine Unternehmen und Startups richtet. Der Funktionsumfang ist begrenzter als bei Recruitee, aber für Unternehmen mit einfachen Anforderungen und kleinem Budget eine attraktive Option. Multiposting auf kostenlosen Jobbörsen ist enthalten.
Workable
Ein international etabliertes ATS mit starkem Fokus auf Sourcing und KI-gestützter Kandidatensuche. Workable bietet mehr integrierte Sourcing-Tools als Recruitee, ist aber in der DACH-Region weniger verbreitet. Ab ca. 149 $/Monat.
Fazit und Bewertung
Recruitee hat sich als eines der führenden europäischen ATS-Systeme einen Namen gemacht -- und das zu Recht. Die Kombination aus einem modernen, intuitiven Interface, herausragenden Collaboration-Funktionen und einem starken Karriereseite-Builder macht die Plattform zur ersten Wahl für mittelständische Unternehmen, die Recruiting als Teamaufgabe verstehen.
Die größte Stärke von Recruitee ist gleichzeitig sein Fokus: Es ist ein reines Bewerbermanagement-System und darin sehr gut. Wer jedoch eine All-in-One-HR-Lösung erwartet, wird enttäuscht. Personalverwaltung, Onboarding oder Lohnabrechnung suchen Sie hier vergeblich.
Beim Preis muss man ehrlich sein: 199 Euro pro Monat sind für ein reines ATS kein Schnäppchen. Dazu kommen mögliche Kosten für Premium-Jobbörsen und den Wechsel auf einen höheren Tarif. Unternehmen mit geringem Recruiting-Volumen sollten genau rechnen, ob die Investition im Verhältnis zum Nutzen steht. Für Unternehmen, die regelmäßig rekrutieren und den kollaborativen Ansatz schätzen, ist Recruitee das investierte Geld wert.
Unsere Empfehlung: Nutzen Sie die 18-tägige Testphase und binden Sie von Anfang an Ihre Hiring-Manager ein. Die Stärke von Recruitee erschließt sich erst, wenn das gesamte Team die Plattform nutzt. Vergleichen Sie parallel die Gesamtkosten inklusive Jobbörsen-Gebühren mit Alternativen wie Softgarden oder Personio, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Gesamtbewertung: 4.0 / 5
| Kriterium | Bewertung |
|---|---|
| Funktionsumfang | 4.0 / 5 |
| Benutzerfreundlichkeit | 4.5 / 5 |
| Preis-Leistung | 3.5 / 5 |
| Integrationen | 3.5 / 5 |
| Support | 4.0 / 5 |
| DSGVO-Konformität | 4.5 / 5 |
| Gesamt | 4.0 / 5 |
FAQ
Ist Recruitee DSGVO-konform?
Ja. Recruitee ist ein niederländisches Unternehmen und wurde von Beginn an mit Blick auf die DSGVO entwickelt. Die Daten werden in der EU gehostet. Die Plattform bietet automatische Löschfristen für Bewerberdaten, Einwilligungsmanagement und einen Datenverarbeitungsvertrag (DPA). Sie können konfigurieren, nach welchem Zeitraum Bewerberdaten automatisch gelöscht oder anonymisiert werden. Für deutsche Unternehmen ist das datenschutzrechtlich ein klarer Vorteil gegenüber US-amerikanischen Anbietern.
Wie viele Nutzer kann ich in Recruitee anlegen?
Alle Tarife beinhalten unbegrenzte Nutzer. Sie können beliebig viele Recruiter, Hiring-Manager und Interviewer einladen, ohne zusätzliche Kosten. Die Abrechnung erfolgt nach Funktionsumfang und Anzahl aktiver Stellenanzeigen, nicht nach Nutzeranzahl. Das ist besonders vorteilhaft, wenn Sie Fachabteilungen aktiv in den Recruiting-Prozess einbinden möchten.
Kann ich meine bestehende Website mit Recruitee verbinden?
Ja. Recruitee bietet zwei Optionen: Sie können eine eigenständige Karriereseite unter einer Subdomain betreiben (z. B. jobs.ihreFirma.de) oder die Stellenanzeigen per Widget oder iFrame in Ihre bestehende Website einbinden. Zusätzlich steht eine API zur Verfügung, über die Sie Stellenanzeigen vollständig individuell in Ihre Website integrieren können. Alle Varianten sind mobiloptimiert.
Was passiert nach der kostenlosen Testphase?
Nach Ablauf der 18-tägigen Testphase benötigen Sie einen kostenpflichtigen Plan, um Recruitee weiter zu nutzen. Ihre Daten bleiben erhalten und gehen nicht verloren. Wenn Sie sich gegen einen Kauf entscheiden, wird der Zugang gesperrt, aber Recruitee bewahrt Ihre Daten für einen begrenzten Zeitraum auf, sodass Sie bei einem späteren Abschluss darauf zurückgreifen können.
Bietet Recruitee eine Schnittstelle zu Personio?
Eine direkte native Integration zwischen Recruitee und Personio existiert nicht. Sie können die beiden Systeme über Zapier oder Make (ehemals Integromat) verbinden, um beispielsweise eingestellte Kandidaten automatisch als neue Mitarbeiter in Personio anzulegen. Für eine tiefere Integration steht die offene API von Recruitee zur Verfügung. Wenn Sie Recruiting und HR-Verwaltung aus einer Hand bevorzugen, sollten Sie alternativ Personios eigenes Recruiting-Modul prüfen.
Wie unterscheidet sich Recruitee von Greenhouse?
Beide Systeme sind reine ATS-Plattformen mit Fokus auf strukturiertes Recruiting. Recruitee punktet mit einem günstigeren Einstiegspreis, einer einfacheren Benutzeroberfläche und dem europäischen Datenschutzfokus. Greenhouse bietet tiefere Analysen, komplexere Workflows und ein ausgereifteres Ökosystem, richtet sich aber primär an größere Unternehmen und ist deutlich teurer. Für KMU im DACH-Raum ist Recruitee in der Regel die passendere Wahl.
Genug gelesen — Zeit für deinen Score.
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